Medizinische Behandlung mit Blutegeln und Maden
Made auf einem Kulturboden
Es gibt keine Hinweise auf signifikante Risiken oder Nebenwirkungen wie
Infektionen in Verbindung mit der klinischen Anwendung von sterilen Maden
der Schmeißfliegenart Lucilia Sericata. Zwar sind Fliegen wie alle
Lebewesen nicht steril und bevorzugen von Natur aus eine keimreiche Umgebung,
z.B. faules Obst. Dennoch muss eine Made keimfrei sein bevor sie für
die Wundheilung eingesetzt werden kann. Die Hygiene ist also die größte
Herausforderung für die Madenproduktion. Die Lösung liegt darin,
die Eier mit Hilfe sanfter Chemie von allen Keimen zu befreien ohne dabei
den Embryos zu schaden.
Die medizinisch eingesetzten Maden entstammen speziellen Züchtereien
und werden unter kontrollierten Bedingungen in einem völlig sterilen
Umfeld entsprechend des Arzneimittelgesetzes für medizinische Zwecke
gezüchtet. Auf diese Weise ist keine Verunreinigung der Wunden mit
Krankheitserregern zu befürchten.
Jedoch produzieren Maden sehr wirksame Enzyme. Diese zersetzen zwar ausschließlich
totes Gewebe können aber unter Umständen Reizerscheinungen an
gesundem Gewebe und insbesondere an der Haut hervorrufen. Dies geschieht
aber nur dann, wenn zu viele Maden eingesetzt werden oder die Maden nach
erfolgreicher Abtragung des abgestorbenen Gewebes zu lange in der Wunde
verweilen.
Wichtig ist, dass die Madentherapie nur unter den üblichen hygienischen
Vorsichtsmaßnahmen von geschultem Personal angewendet werden darf.
Stimmt die Hygiene können aber sogar Familienmitglieder nach einer
entsprechenden Einweisung die Therapie zu Hause an den Patienten anwenden
oder sogar der Patient selbst.
Ronald Sherman
"Es wird viel über den Ekelfaktor geredet. Wie ekelig Maden seien. Der Patient kommt nicht mit diesem Argument. Der Patient weiß, was wirklich ekelig ist. Ekelig ist eine nicht heilende, über riechende Wunde, die man täglich behandeln muss. Die es dem Patienten unmöglich macht, sich in der Öffentlichkeit frei zu bewegen, Freunde zu haben. Baby Fliegen und Maden sind für sie nicht ekelig."