"Die Berufsanfänger
von heute haben den Job fürs Leben abgehakt... Ein junger
Amerikaner muss heute damit rechnen, in 40 Arbeitsjahren wenigstens
elfmal die Stelle zu wechseln."
Andreas Molitor, Die
Zeit
Durch die Globalisierung des Weltmarkts wird die öffentliche
Arbeitsvermittlung vor immer unlösbarere Aufgaben gestellt,
während sich die private Arbeitsvermittlung professionalisiert.
Trotz den 5,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland bleiben 1,5
Millionen Stellen unbesetzt. Ein beträchtlicher Teil der
Jobmisere ist eine Vermittlungsmisere. Obwohl die Hälfte
der Langzeitarbeitslosen nur geringe Berufsqualifikationen hat,
kann ein Drittel der Firmen offene Stellen für exakt diese
Geringqualifizierten nicht besetzen (vgl. Stern,
50/2001).
Steigende Arbeitslosenzahlen einerseits, ein Überfluss
an unangenehmer und schlecht bezahlter Arbeit andererseits.
In einem geöffneten Markt ist Arbeitsvermittlung für die
„höchste Produktivität“ notwendig. Die Arbeitsvermittler
handeln mit dem wertvollsten Gut unserer Gesellschaft. Gemäß
einer Studie der Weltbank besteht der „Reichtum der Nationen“
zu etwa 60 % aus „Human Resources“ (je etwa 20 % Naturschätze
und produzierte Güter).
Billigarbeit –
Hausmädchen aus Entwicklungsländern
Die internationale Vermittlung von Billiglohnjobs, die kein Europäer
annehmen würde, steigt an. Gastarbeiterinnen aus ärmeren,
gebeutelten Ländern lassen ihre Kinder zurück, um für
deren Ernährung und Ausbildung zu arbeiten. Der „International
Monetary Fund“ hat z. B. errechnet, dass der Beitrag der ausländischen
Dienstmädchen zum deutschen Bruttosozialprodukt ca. 2,75 Milliarden
Euro pro Jahr beträgt – Tendenz steigend.
Internationale
Vermittlung von Bauarbeitern
Weiterbildung, Karrierehoffnungen oder Abenteuerlust sind Motive
ins Ausland zu gehen. Doch meistens ist Arbeitslosigkeit die Triebfeder
für den Blick über die Grenzen. Rund 111.000 Deutsche
kehren ihrer Heimat laut Bundesstatistik im Jahr den Rücken.
In Sachsen-Anhalt, Ostdeutschland, beträgt die Arbeitslosigkeit
im Baugewerbe inzwischen rund 43% und der Stellenabbau geht weiter.
Die holländische Arbeitsvermittlungsfirma Northstar hat den
Auftrag Arbeitskräfte aus Deutschland, Portugal und Finnland
für den Bau des Terminal 5 des Flughafens London Heathrow
zu finden. Dabei arbeiten sie eng mit den jeweiligen Arbeitsämtern
zusammen, zum Beispiel mit dem Europa Job Center in Magdeburg.
Headhunting
Seit den 50er Jahren ist "Executive Search", die professionelle
Bewerbersuche im Auftrag Dritter, in den USA verbreitet, seit etwa
30 Jahren auch in Deutschland. Headhunter rekrutieren „under
cover“ Persönlichkeiten für Spitzenpositionen oder
spezielle Arbeitsfelder. Haben sie einen geeigneten Kandidaten gefunden,
versuchen sie diesen von seinem aktuellen Posten abzuwerben. Mit
den wechselnden Leuten werden auch ihre Kontakte und ihr jeweiliges
Wissen von einem zum anderen Unternehmen transferiert.