| Ausgangsidee
"Ich lieb'
mich, ich lieb' mich nicht." geht von der Erfahrung aus, dass
der Künstler
im Schaffensprozess zwischen Gefühlen der Selbstgeißelung und des
Narzissmus hin-
und herpendelt. Jeder künstlerische Ausdruck bedarf einer starken Beschäftigung
mit sich
selbst und diese Beschäftigung ist nicht neutral oder gefühlslos,
sondern emotional. Selbsthass
und Selbstliebe sind die Grundgefühle. Von dieser Überlegung ausgehend,
möchte ich die Künstler
der Documenta
fragen, welches dieser Grundgefühle an den Tagen der Eröffnung
der Documenta dominiert.
Ich mache ein fotoähnliches Portrait und bitte sie, eine expressive Geste
zu machen, die ausdrückt, dass sie
sich hassen, oder dass sie sich lieben. Als ob sie wie vor einem Spiegel in
die Kamera schauen.
Stil
Dieser
sehr stilisierte Kunstclip nährt sich aus der spannenden Gegenüberstellung
der gegensätzlichen Gesten der verschiedenen Künstler. Aus
den noch anfangs individuellen persönlichen Gesichtern, wird eine
sich immer mehr verschmelzende
Gesichtscollage entstehen... als seien alle Künstler der Documenta
ein Mensch. Die Gesichter werden vor
weißem Hintergrund mit einem weichen diffusen Licht aufgenommen.
Die Kamera steht fest und bewegt
sich nicht. Die Augen schauen in die Kamera. Mit dieser Passbildästhetik
wird alle
Aufmerksamkeit auf die Gesten der Protagonisten gelegt.
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